

Spielzeug und Babyartikel aus Retouren unterliegen in der EU strengen Sicherheitsanforderungen gemäß der Spielzeugrichtlinie 2009/48/EG. Auch B-Ware und Retourenware müssen das CE-Kennzeichen tragen und dürfen keine Defekte aufweisen, die Verletzungsrisiken darstellen. Händler sind verpflichtet, retourniertes Spielzeug vor dem Weiterverkauf auf Vollständigkeit, Funktionalität und Sicherheit zu prüfen. Spielzeug-Retouren-Paletten erzielen bei fachgerechter Aufbereitung Margen von 80 bis 150 Prozent auf den Einkaufspreis — eine der profitabelsten Kategorien im Restpostenhandel. Der saisonale Schwerpunkt liegt zwischen September und Dezember, wenn der Weihnachtshandel die Nachfrage verdoppelt bis verdreifacht.
Spielzeug ist eine der Produktkategorien mit den höchsten Retourenquoten im deutschen E-Commerce: Bis zu 25 Prozent aller Spielzeugbestellungen werden zurückgeschickt, da Größe, Beschreibung oder Eignung nicht wie erwartet waren. Das bedeutet ein enormes Volumen an erstklassiger A-Ware und B-Ware, das unterhalb des Ladenpreises verfügbar ist.
Drei Gründe, warum Spielzeug sich für Händler besonders lohnt:
1. Markenaffine Käufer zahlen gut
LEGO, Fisher-Price, Playmobil, Ravensburger, Hot Wheels — Markennamen im Spielzeugbereich sind extrem kaufmotivierend. Käufer suchen gezielt nach diesen Marken und sind bereit, 50 bis 70 Prozent des Neupreises für B-Ware zu zahlen.
2. Hohe Saisonalität = planbare Nachfragespitzen
September bis Dezember (Weihnachtsgeschäft) und Januar bis März (Nachkauf nach Weihnachten, Geburtstage) sind Hochphasen. Händler die rechtzeitig einkaufen, profitieren von der Preisspitze.
3. Breite Käuferschicht
Spielzeug wird von Eltern, Großeltern, Kindertagespflegepersonen und Kindergärten gekauft. Die Zielgruppe ist groß und kauffreudig — besonders wenn der Preis deutlich unter dem Ladenpreis liegt.
Die EU-Spielzeugrichtlinie 2009/48/EG gilt für alle Produkte, die „zum Spielen für Kinder unter 14 Jahren“ bestimmt sind. Folgende Regeln gelten für Händler:
Pflichtkennzeichen:
– CE-Zeichen muss auf jedem Artikel sichtbar sein (auf Verpackung oder direkt am Produkt)
– Altersangabe („geeignet für Kinder ab X Jahren“)
– Warnhinweise (z.B. „Nicht geeignet für Kinder unter 3 Jahren — Erstickungsgefahr durch Kleinteile“)
– Name des Herstellers oder Importeurs auf der Verpackung
Was das für Händler bedeutet:
– Fehlende CE-Kennzeichnung = Artikel darf nicht weiterverkauft werden
– Beschädigte Verpackung mit unlesbaren Warnhinweisen = Neubeschriftung oder Aussortierung notwendig
– Defekte Spielzeuge = nicht als funktionsfähig anbieten
Als Händler (auch als Wiederverkäufer) trägt man Mitverantwortung dafür, dass keine unsicheren Produkte in den Handel gelangen. Prüfpflichten vor dem Weiterverkauf:
Mechanische Prüfung:
– Keine scharfen Kanten oder Spitzen
– Kleinteile bei Spielzeug ab 3 Jahre fest verbaut (kein Ablösen)
– Funktionsfähigkeit aller beweglichen Teile
Vollständigkeitsprüfung:
– Alle Spielfiguren, Ersatzteile, Batterien (falls erforderlich) vorhanden
– Bedienungsanleitung bei komplexen Spielzeugen
Elektrisches Spielzeug:
– Einschalten und Funktion testen
– CE-Zeichen prüfen
– Defekte Schalter, Kabel oder Batteriehalterungen = C-Ware oder Entsorgung
| Kategorie | Zustand | Verpackung | Fehlende Teile? | Preis als % des Neupreises |
|---|---|---|---|---|
| A-Ware | Unbenutzt | Originalverpackung geschlossen | Keine | 55–75% |
| B-Ware | Unbenutzt oder kurz benutzt | Geöffnet, aber vollständig | Keine | 35–55% |
| B-Ware „unvollständig“ | Benutzt | Geöffnet | Kleinteile fehlen | 15–30% |
| C-Ware | Beschädigt | Fehlt oft | Teile fehlen | 5–15% |
Bestseller-Kategorien bei Spielzeug-Retouren:
LEGO-Sets und Duplo — Höchste Nachfrage und Margen. Selbst geöffnete Sets mit vollständigen Teilen erzielen 50 bis 70 Prozent des Neupreises. Vollständigkeitsprüfung wichtig.
Playmobil — Markenname sehr stark, Sets mit Figuren und Zubehör gut verkäuflich. Vollständige Kontrolle aller enthaltenen Teile notwendig.
Brettspiele (Ravensburger, Kosmos, Hasbro) — Sehr schneller Verkauf auf Flohmärkten. Teilekontrolle wichtig (fehlende Karten/Spielfiguren = kaum verkäuflich).
Puppen (Barbie, Baby Born) — Hohe Nachfrage, einfache Prüfung. Kleidung und Zubehör vollständig?
RC-Fahrzeuge und Drohnen — Hohe Margen, aber technische Prüfung (Akku, Fernbedienung, Reichweite) notwendig.
Baby-Erstausstattung (ab 6 Monate) — Hochstühle, Laufräder, Babyschaukeln. Schwerer, aber Margen sehr gut.
Einsteiger-Empfehlung: LEGO, Brettspiele und Playmobil sind am einfachsten zu prüfen und am schnellsten zu verkaufen.
Idealer Kanal für Einzel-Sets hochwertiger Marken. LEGO-Käufer sind sehr aktiv auf Kleinanzeigen und zahlen 50 bis 65 Prozent des Neupreises für vollständige Sets.
Flohmärkte im Herbst und vor Weihnachten sind der schnellste Kanal für breites Spielzeug-Sortiment. Eltern suchen auf Flohmärkten gezielt günstige Spielzeuggeschenke.
Für seltene oder begehrte Sets (z.B. ältere LEGO-Star-Wars-Sets) ist eBay oft der lukrativste Kanal — durch Auktionsformat oder Buy-it-now zu Marktpreisen.
Spielzeug-Paletten gehen in großen Mengen nach Polen und Rumänien. Polnische Händler kaufen gut sortierte Spielzeug-Paletten zu 40 bis 55 Prozent des deutschen Endverbraucherpreises.
Beispiel: Gemischte Markenspielezeug-Palette
– Einkaufspreis: 350 Euro
– Artikelanzahl: 90 Artikel
– Zusammensetzung: 20% A-Ware (18 Artikel), 60% B-Ware (54 Artikel), 20% B-Ware unvollständig (18 Artikel)
| Qualität | Anzahl | Ø Preis | Umsatz |
|---|---|---|---|
| A-Ware (LEGO, Playmobil vollständig) | 18 | 18 € | 324 € |
| B-Ware vollständig | 54 | 10 € | 540 € |
| B-Ware unvollständig | 18 | 3 € | 54 € |
| Gesamt | 90 | — | 918 € |
Rohertrag: 568 Euro. Marge: 162 Prozent. Nach Flohmarktgebühren (25 Euro) und Arbeitszeit (ca. 8 Stunden für Prüfung und Verkauf): Stundenertrag ca. 40–50 Euro netto.
Fehler 1: Vollständigkeit nicht prüfen
Ein LEGO-Set ohne alle Steine ist fast unverkäuflich. Vollständige Stückliste (BrickLink oder offizielle LEGO-Website) für bekannte Sets prüfen.
Fehler 2: Sicherheitsmängel ignorieren
Rissiges Plastik, abgelöste Kleinteile oder defekte Batteriehalterungen = Sicherheitsrisiko. Nie als B-Ware verkaufen — aussortieren oder für Ersatzteile anbieten.
Fehler 3: Saisonales Timing verpassen
Spielzeug im August eingekauft und im Oktober noch nicht verkauft? Falsch geplant. Einkauf ab September, Verkauf bis Dezember.
ATS Trading GmbH bietet Spielzeug-Paletten aus deutschen Handels-Retouren an — Hauptsaison September bis Januar. Verfügbare Kategorien: Markenspielezeug gemischt, Lernspielzeug, Outdoor-Spielzeug.
Kontakt für aktuelle Verfügbarkeit: info@atstrading.de
Darf man retourniertes Spielzeug weiterverkaufen?
Ja, unter der Bedingung: CE-Kennzeichnung vorhanden, alle Sicherheitshinweise lesbar, keine sicherheitsrelevanten Defekte. Vollständige Kontrolle vor Weiterverkauf ist Pflicht.
Muss man bei gebrauchtem Spielzeug Gewährleistung geben?
Ja, bei Verkauf an Privatpersonen gilt 1 Jahr Gewährleistung bei gebrauchter Ware. Mängel müssen im Angebot angegeben werden.
Welche Altersgruppen sind am einfachsten zu handeln?
Spielzeug für Kinder ab 3 Jahren ist unkomplizierter — ab 3 Jahren gelten weniger strenge Kleinteile-Vorschriften. Baby-Spielzeug (0–3 Jahre) hat strengere Anforderungen.
Kann man Spielzeug ohne Originalverpackung verkaufen?
Ja, wenn alle CE-Kennzeichnungen und Warnhinweise erhalten bleiben (z.B. auf dem Produkt direkt). Ohne Verpackung: Preis liegt 20–30 Prozent unter B-Ware-Standard.