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Nachhaltige Beschaffung im B2B-Bereich bezeichnet den strategischen Einkauf von Waren und Dienstleistungen unter Berücksichtigung ökologischer, sozialer und wirtschaftlicher Kriterien — mit dem Ziel, Lieferketten resilienter, ressourceneffizienter und EU-compliant zu gestalten. Ab 2026 wird nachhaltige Beschaffung für viele Unternehmen zur Pflicht: Die CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) verpflichtet Unternehmen mit über 250 Mitarbeitern oder 50 Mio. Euro Umsatz zur Offenlegung ihrer Scope-3-Emissionen — dazu gehören direkt alle Einkaufsentscheidungen. Laut einer McKinsey-Studie entfallen in produzierenden Unternehmen durchschnittlich 62 % der gesamten CO2-Emissionen auf die Lieferkette (Scope 3) (McKinsey, 2023). EU-Taxonomie und Green Public Procurement-Kriterien schreiben zusätzliche Nachhaltigkeitsstandards für öffentliche und private Auftraggeber vor. Für Einkaufsverantwortliche bedeutet das: Der Kauf von Neuwaren aus energieintensiver Produktion wird bilanziell teurer — der Kauf von B-Ware und Überschussware aus der Kreislaufwirtschaft dagegen verschafft messbaren ESG-Vorteil. ATS Trading GmbH liefert zertifizierte B-Ware-Paletten für Händler, Weiterverkäufer und Einkaufsabteilungen — und hilft damit direkt beim CSRD-reporting.
Vier EU-Regulierungen zusammen erzeugen 2026 einen nie dagewesenen Druck auf Einkaufsabteilungen:
Die Corporate Sustainability Reporting Directive (EU) 2022/2464 gilt für Unternehmen mit mehr als 250 Mitarbeitern oder mehr als 50 Mio. Euro Umsatz ab Berichtsjahr 2025 (erste Berichte 2026). Die CSRD schreibt vor, dass Unternehmen unter anderem ihre Scope-3-Emissionen offenlegen müssen — also alle indirekten Emissionen aus der Lieferkette, einschließlich eingekaufter Waren und Dienstleistungen.
Für Einkaufsabteilungen heißt das konkret: Jeder Lieferant und jedes eingekaufte Produkt wird zu einem Posten im Nachhaltigkeitsbericht. Wer günstig einkauft, aber hochemissionsträchtige Produkte bezieht, zahlt indirekt über schlechtere ESG-Scores und damit über teurere Finanzierungskonditionen.
Die EU-Taxonomieverordnung (EU) 2020/852 definiert, welche wirtschaftlichen Aktivitäten als „grün“ gelten. Für Unternehmen, die von institutionellen Investoren finanziert werden oder nachhaltige Anleihen ausgeben, ist die EU-Taxonomie-Konformität der Lieferkette direkt relevant. Kreislaufwirtschaftliche Beschaffung — also der Einkauf von Sekundärrohstoffen, Retouren, B-Ware oder Überschussware — wird in der EU-Taxonomie unter dem Ziel „Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft“ als nachhaltige Aktivität eingestuft (Delegierte Verordnung (EU) 2021/2139).
Green Public Procurement (GPP) ist die EU-Politik, dass öffentliche Beschaffungsstellen Umweltkriterien in Ausschreibungen einfließen lassen sollen. Für 2026 hat die EU-Kommission verbindliche GPP-Kriterien für mehrere Produktkategorien angekündigt. Unternehmen, die öffentliche Auftraggeber beliefern, müssen zunehmend nachweisen können, dass ihre Lieferkette nachhaltig ist — inklusive der Materialherkunft und des Recyclinganteils.
Die ESPR-Verordnung (EU) 2024/1781 setzt ab 2026 Ökodesign-Anforderungen für immer mehr Produktkategorien. Das bedeutet für Einkäufer: Lieferanten müssen nachweisen können, dass ihre Produkte diese Anforderungen erfüllen. Wer B-Ware und Überschussware einkauft, umgeht das Problem: Diese Produkte sind bereits hergestellt und „verbrauchen“ keine neuen Ressourcen.
Scope 3 Emissionen sind alle indirekten Treibhausgasemissionen, die in der Wertschöpfungskette entstehen — vor- und nachgelagert. Für die meisten Unternehmen sind Scope-3-Emissionen der größte Teil des CO2-Fußabdrucks.
Kategorien 1 und 2 des GHG Protocol (für Einkäufer besonders relevant):
Warum B-Ware von ATS Trading die Scope-3-Bilanz verbessert:
Der größte Teil der CO2-Emissionen eines Produkts entsteht bei der Herstellung — nicht beim Transport oder der Nutzung. Ein Laptop verursacht ca. 80 % seiner Lebenszyklusemissionen bereits in der Fertigung (Apple Environmental Progress Report, 2024). Wenn ein Einkäufer einen gebrauchten Laptop kauft statt einen neuen, entstehen keine neuen Produktionsemissionen — und der CO2-Footprint des eingekauften Geräts sinkt dramatisch.
| Einkaufsquelle | Scope 3 Emissionen (Kategorie 1) | ESG-Vorteil |
|---|---|---|
| Neuwaren vom Hersteller | Vollständige Produktionsemissionen | Keiner |
| B-Ware / Retouren | Nur Transport- und Aufbereitungsemissionen | Hoch |
| Zertifizierte Restposten (ATS) | Anteilige Rest-Emissionen | Sehr hoch |
| Leasingrückläufer / Refurbished | Minimale Emissionen | Sehr hoch |
Die EU-Taxonomie definiert unter dem Umweltziel „Übergang zur Kreislaufwirtschaft“ konkrete technische Bewertungskriterien (Technical Screening Criteria, TSC). Für Einkaufsabteilungen relevant:
Aktivitäten, die als taxonomiekonform eingestuft werden können:
Was Einkäufer für den EU-Taxonomie-Nachweis brauchen:
Lieferanten müssen Nachweise über Materialzusammensetzung, Recyclinganteil und Herkunft liefern. ATS Trading stellt für alle Warenlieferungen entsprechende Herkunftsnachweise und Produktdokumentationen aus — kompatibel mit gängigen ESG-Reporting-Frameworks (GRI, ESRS).
Mehr zu den Einkaufsoptionen: Überschussware Ankauf bei ATS Trading
Dieser Vergleich zeigt die konkreten Auswirkungen der Einkaufsquelle auf Kosten, CO2-Bilanz und Compliance:
| Kriterium | Neukauf (Hersteller) | B-Ware-Einkauf (ATS Trading) |
|---|---|---|
| Einkaufspreis | 100 % (Listenpreis) | 40–70 % des Neupreises |
| Scope-3-Emissionen | 100 % | 10–30 % |
| EPR-Beitrag des Käufers | Indirekt mitfinanziert | Geringer (Reuse-Effekt) |
| CSRD-Berichtswirkung | Negativ (hohe Emissionen) | Positiv (niedrige Emissionen) |
| EU-Taxonomie-Relevanz | Neutral | Positiv (Kreislaufwirtschaft) |
| Lieferzeit | 2–8 Wochen | Sofort (Lagerware) |
| Qualitätsrisiko | Gering (Neuzustand) | Gering–mittel (je nach Kategorie) |
| Dokumentation | Standard | Herkunftsnachweis ATS |
Für Einkaufsleiter und Beschaffungsabteilungen, die ihre Einkaufspolitik EU-compliant und nachhaltig gestalten wollen:
Schritt 1 — Emissionsbaseline aufnehmen
Alle aktuellen Lieferanten und Produktgruppen nach Scope-3-Emissionen kategorisieren. Welche Produktkategorien haben den größten CO2-Fußabdruck? (Typisch: IT, Elektro, Textil, Verpackungen)
Schritt 2 — Kreislaufwirtschaftliche Alternativen identifizieren
Für die Top-5-Emissionskategorien prüfen: Gibt es B-Ware, Refurbished oder Überschussware als Alternative? ATS Trading bietet Paletten-Einkauf für Händler, Großabnehmer und Unternehmen in allen Kategorien.
Schritt 3 — Lieferanten nach ESG-Kriterien auditieren
Lieferanten müssen künftig für CSRD-Reports Emissionsdaten liefern. Gute Lieferanten haben ISO 14001 (Umweltmanagementsystem) oder EMAS-Zertifizierung. ATS Trading ist nach deutschen Umweltstandards zertifiziert.
Schritt 4 — CSRD-kompatible Dokumentation aufbauen
Einkaufsbelege müssen für ESRS-Reporting (insbesondere ESRS E1 — Klimawandel und ESRS E5 — Ressourcennutzung) geeignete Emissionsdaten enthalten. Fordern Sie von Lieferanten LCA-Daten (Life Cycle Assessment) oder branchenübliche CO2-Proxies an.
Schritt 5 — Grüne Einkaufsquote als KPI etablieren
Definieren Sie eine interne Zielquote: z. B. „30 % des Elektronikeinkaufs aus B-Ware bis 2027“. Diese KPI ist sowohl CSRD-berichtsfähig als auch intern steuerbar.
Öffentliche Einrichtungen in Deutschland sind nach § 97 GWB (Vergaberecht) und den Allgemeinen Verwaltungsvorschriften zur Beschaffung (AVV) zur Berücksichtigung von Umweltaspekten bei der öffentlichen Beschaffung verpflichtet. Die EU-Kommission veröffentlicht für immer mehr Produktkategorien Green Public Procurement Criteria — z. B. für IT-Geräte, Büromöbel, Reinigungsmittel und Textilien.
Für Lieferanten öffentlicher Auftraggeber: Wer an Behörden, Kommunen oder öffentliche Unternehmen liefern will, muss zunehmend Nachweise über Nachhaltigkeitskriterien erbringen. Unternehmen, die B-Ware aus der Kreislaufwirtschaft beschaffen und diese in ihre Lieferkette integrieren, haben einen wachsenden Wettbewerbsvorteil bei öffentlichen Ausschreibungen.
Was ist der Unterschied zwischen Green Procurement und nachhaltigem Einkauf?
Green Procurement (auch: grüne Beschaffung) bezieht sich vorwiegend auf ökologische Kriterien — CO2-Fußabdruck, Recyclinganteil, Chemikalienbelastung. Nachhaltiger Einkauf ist breiter: Er umfasst zusätzlich soziale Kriterien (faire Arbeitsbedingungen in der Lieferkette, keine Kinderarbeit, Mindestlöhne) und wirtschaftliche Aspekte (Lieferantenresilienz, Langfristigkeit). Beide Konzepte überschneiden sich stark und werden oft synonym verwendet. Für CSRD-Reporting sind beide Dimensionen relevant: ESRS S2 (Arbeitnehmer in der Lieferkette) und ESRS E1–E5 (Umweltthemen).
Gilt nachhaltige Beschaffung als Pflicht auch für KMU?
Die direkte CSRD-Berichtspflicht gilt ab 2025 nur für Großunternehmen (>250 MA oder >50 Mio. € Umsatz). Allerdings werden KMU indirekt über ihre Großkunden einbezogen: Wenn ein Großunternehmen seinen CSRD-Bericht erstellt, muss es Daten auch aus der Lieferkette erheben — und fragt daher Lieferanten (inkl. KMU) nach Emissionsdaten und Nachhaltigkeitsnachweisen. KMU, die diese Daten nicht liefern können, verlieren Lieferantenverträge. Die EU-Kommission plant ab 2026 einen vereinfachten VSME-Standard (Voluntary Sustainability Reporting for SMEs) für KMU.
Wie kann ich als Einkäufer CO2-Emissionen aus dem B2B-Einkauf konkret berechnen?
Für Scope-3-Kategorie-1-Berechnungen gibt es standardisierte Methoden: Das GHG Protocol Corporate Value Chain Standard ist der internationale Referenzrahmen. Für produktspezifische Emissionsfaktoren nutzen Unternehmen LCA-Datenbanken wie ecoinvent oder branchenspezifische Emission Intensity Databases (z. B. Exiobase). Bei B-Ware-Produkten werden in der Regel 10–20 % des ursprünglichen Produktions-CO2-Fußabdrucks als Emissionsanteil für den Sekundärkauf angesetzt (WRAP, 2023) — eine erhebliche Ersparnis gegenüber Neukauf.
Welche Zertifizierungen sollte ein nachhaltiger B2B-Lieferant haben?
Die wichtigsten Zertifizierungen für nachhaltige B2B-Lieferanten: ISO 14001 (Umweltmanagementsystem — international anerkannt), EMAS (EU-Öko-Audit-System — strenger als ISO 14001), B Corp Zertifizierung (Gesamthaltigkeitsaudit), Cradle to Cradle (Kreislaufwirtschaftszertifikat für Produkte), Fair Trade (soziale Lieferkette, v. a. für Textil/Lebensmittel). Für CSRD-Reporting reichen jedoch auch Lieferanten-Selbstauskünfte mit Emissionsdaten, sofern diese plausibel und auditierbar sind.
Wie wirkt sich nachhaltiger Einkauf auf den ESG-Score eines Unternehmens aus?
ESG-Ratings (z. B. von MSCI ESG, Sustainalytics, ISS ESG) berücksichtigen die Scope-3-Emissionen zunehmend stark. Unternehmen mit niedrigen Scope-3-Werten erhalten bessere ESG-Ratings, was zu günstigeren Konditionen bei nachhaltigen Finanzinstrumenten (Green Bonds, ESG-linked Loans) führt. Schätzungen gehen von 0,5–1,5 % niedrigeren Zinsen für Unternehmen mit top ESG-Rating aus (ING Research, 2024). Nachhaltige Beschaffung zahlt sich also direkt in der Unternehmensfinanzierung aus.
Wie beginne ich mit nachhaltigem B2B-Einkauf ohne großen Aufwand?
Der einfachste Einstieg: Identifizieren Sie die drei Produktkategorien mit dem höchsten Einkaufsvolumen und dem größten CO2-Fußabdruck (meist IT-Geräte, Elektro, Textil). Suchen Sie für diese Kategorien geeignete Kreislaufwirtschafts-Lieferanten wie ATS Trading GmbH. Fordern Sie von diesen Lieferanten einfache CO2-Herkunftsnachweise an und integrieren Sie diese in Ihr Berichtswesen. Nach CSRD-Einführung wird der Aufwand sowieso steigen — wer früh beginnt, hat den Vorteil der Lernkurve und bessere Datenqualität im ersten Pflichtbericht.
Die EU-Gesetzgebung macht nachhaltigen B2B-Einkauf bis 2026 für große Unternehmen verpflichtend und für KMU indirekt unumgänglich. CSRD, EU-Taxonomie und Green Procurement zwingen Einkaufsabteilungen, Lieferentscheidungen an CO2-Emissionen, Kreislaufwirtschaftsprinzipien und ESG-Kriterien auszurichten. Der einfachste und wirtschaftlichste Hebel: Mehr B-Ware und Überschussware aus der Kreislaufwirtschaft einkaufen. ATS Trading GmbH ist Ihr verlässlicher B2B-Partner für zertifizierte Restposten, Retouren und Überschussware aus dem deutschen und europäischen Markt — mit vollständiger Produktdokumentation für Ihr ESG-Reporting. Kontakt aufnehmen und Beschaffungskosten senken: atstrading.de/kontakt
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