

Wiederverkäufer zu werden ist in Deutschland einer der zugänglichsten Wege in die Selbstständigkeit. Kein Produkt entwickeln, keine Software programmieren, kein komplexes Geschäftsmodell aufbauen — Sie kaufen Ware günstig ein und verkaufen sie mit Gewinn weiter. Klingt einfach. Und die Grundidee ist es auch. Dieser Leitfaden zeigt Ihnen den vollständigen Weg: von der Definition bis zur Kalkulation, von der Gewerbeanmeldung bis zur richtigen Einkaufsquelle.
Ein Wiederverkäufer ist eine natürliche oder juristische Person, die Waren von einem Lieferanten — Hersteller, Großhändler oder Restpostenhändler — erwirbt und diese Waren mit Gewinnmarge an Dritte weiterveräußert, ohne die Waren wesentlich zu verändern. Der Begriff umfasst eine breite Spanne von Geschäftsmodellen: vom Flohhändler, der samstags auf dem Markt steht, bis zum professionellen Online-Händler mit eigenem Lager und mehreren Mitarbeitern. Wiederverkäufer sind ein integraler Teil der deutschen Handelslandschaft. Laut Statista (2025) gibt es in Deutschland über 580.000 registrierte Kleingewerbetreibende und Einzelunternehmer im Handel — ein großer Teil davon ist als Wiederverkäufer tätig. Die Umsätze im deutschen Secondhand- und Restpostenmarkt übersteigen laut IFH Köln (2025) 12 Milliarden Euro jährlich. Der Begriff „Wiederverkäufer“ ist im deutschen Recht nicht explizit definiert, wird aber steuerlich und gewerberechtlich wie jedes andere Handelsgewerbe behandelt.
Wiederverkäufer unterscheiden sich von Dropshipping-Händlern (kein physischer Warenbesitz), Maklern (kein eigenes Risiko) und Herstellern (keine Eigenproduktion). Sie kaufen physische Ware, nehmen sie in ihren Bestand und tragen das volle unternehmerische Risiko des Weiterverkaufs.
Wiederverkäufer in Deutschland lassen sich nach ihrem Geschäftsmodell, ihrem Absatzkanal und ihrer Spezialisierung unterscheiden. Die Kenntnis dieser Typen hilft dabei, das eigene Modell zu schärfen und die passende Strategie zu wählen.
Flohhändler und Marktverkäufer: Der klassische Einstieg. Ware wird auf Flohmärkten, Trödelmärkten oder lokalen Märkten direkt an Endverbraucher verkauft. Geringes Investitionsvolumen, direkte Rückmeldung vom Markt, aber begrenzte Skalierbarkeit.
Online-Händler (eBay, Kleinanzeigen, Amazon): Der am schnellsten wachsende Typ. Ware wird über Plattformen digital angeboten. Reichweite ist hoch, Konkurrenz ist ebenfalls hoch. Logistik und Foto-Qualität sind entscheidende Erfolgsfaktoren.
Ladenbesitzer: Stationäre Händler, die Restposten und Secondhand-Ware in einem Ladengeschäft anbieten. Höhere Fixkosten (Miete), aber starke Kundenbindung und keine Plattformgebühren.
B2B-Wiederverkäufer: Kaufen große Mengen und verkaufen sie an andere Gewerbetreibende weiter — zum Beispiel an kleinere Händler oder Sonderpostenläden. ATS Trading GmbH ist in diesem Segment tätig und bietet Restposten ab einer Europalette an.
Spezialisierte Nischen-Händler: Fokussieren sich auf eine Kategorie — z. B. nur Vintage-Elektronik, nur Designermöbel oder nur Markensportschuhe. Hohes Fachwissen, hohe Margen, enge Zielgruppe.
Der Weg zum professionellen Wiederverkäufer in Deutschland folgt einer klaren Reihenfolge. Wer diese Schritte in der richtigen Reihenfolge geht, vermeidet teure Anfängerfehler und baut ein nachhaltiges Geschäft auf.
Schritt 1: Nische und Kategorie wählen
Bestimmen Sie, welche Produktkategorie zu Ihren Kenntnissen, Ressourcen und Absatzkanälen passt. Einsteiger starten am besten mit Gartengeräten, Haushalt oder Spielzeug. Lesen Sie unseren Artikel Top 10 Restposten-Kategorien für eine detaillierte Bewertung.
Schritt 2: Marktrecherche durchführen
Analysieren Sie Preise auf Kleinanzeigen, eBay und Amazon. Verstehen Sie, welche Produkte in Ihrer Kategorie schnell verkauft werden und welche Preise erzielt werden können. Diese Daten sind die Basis Ihrer Kalkulation.
Schritt 3: Gewerbe anmelden
Melden Sie ein Gewerbe beim zuständigen Gewerbeamt an. Kosten: 10–65 €. Das Finanzamt erhält automatisch eine Mitteilung und sendet Ihnen den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung.
Schritt 4: Steuerliche Registrierung
Beantragen Sie Ihre Steuernummer (Umsatzsteuer-Identifikationsnummer) beim Finanzamt. Entscheiden Sie, ob Sie Kleinunternehmer (§ 19 UStG, bis 25.000 € Umsatz im ersten Jahr) oder regelbesteuerter Unternehmer sein wollen.
Schritt 5: Einkaufsquellen erschließen
Kontaktieren Sie spezialisierte Restpostenhändler wie ATS Trading GmbH (info@atstrading.de | ) und erkunden Sie Online-Plattformen. Starten Sie mit einer kleinen Testbestellung.
Schritt 6: Absatzkanal aufbauen
Registrieren Sie Accounts auf eBay, Kleinanzeigen oder Amazon. Erstellen Sie ansprechende Inserate mit professionellen Fotos. Oder buchen Sie einen Marktplatz für den ersten Flohmarkt.
Schritt 7: Testlauf und Optimierung
Kaufen Sie eine kleine Menge, verkaufen Sie sie vollständig und analysieren Sie: Was hat funktioniert? Welche Artikel waren schwer abzusetzen? Optimieren Sie Ihre Strategie vor dem Skalieren.
Die Gewerbeanmeldung ist der erste offizielle Schritt in die Selbstständigkeit als Wiederverkäufer. Sie ist einfach, günstig und in Deutschland zwingend notwendig, sobald man Waren regelmäßig mit Gewinnabsicht verkauft.
Was Sie benötigen:
– Personalausweis oder Reisepass
– Ausgefülltes Gewerbeanmeldeformular (online oder vor Ort beim Gewerbeamt)
– Gebühr: 10–65 € (variiert je nach Gemeinde)
Was passiert danach:
– Das Gewerbeamt informiert automatisch das Finanzamt, die IHK und ggf. die Berufsgenossenschaft
– Das Finanzamt sendet Ihnen den „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“
– Sie erhalten eine Steuernummer für Ihre unternehmerische Tätigkeit
Kleingewerbe vs. eingetragener Kaufmann (e.K.):
Wer unter der Kaufmannsschwelle bleibt (kein kaufmännisch eingerichteter Betrieb, geringe Umsätze), kann als Kleingewerbetreibender ohne Handelsregistereintrag starten. Wer skaliert, sollte langfristig über eine GmbH oder UG nachdenken.
Bitkom (2025) zeigt: 78 % der deutschen Online-Händler starten als Einzelunternehmen und skalieren erst nach dem Nachweis des Geschäftsmodells in strukturiertere Rechtsformen.
EHI Retail Institute (2024) ergänzt, dass die Gewerbeanmeldung der häufigste erste Fehler ist, der ausgelassen wird — mit rechtlichen und steuerlichen Konsequenzen.
Der Einkauf ist die wichtigste Stellschraube im Wiederverkaufsgeschäft. Wer günstig und zuverlässig einkauft, hat einen strukturellen Wettbewerbsvorteil gegenüber allen, die teurere Quellen nutzen.
Restpostenhändler (empfohlen):
Spezialisierte B2B-Großhändler wie ATS Trading GmbH bieten neuwertige Restposten, Liquidationsware und B-Ware ab einer Europalette an. Direktkauf, persönliche Beratung, Manifeste auf Anfrage, Vor-Ort-Besichtigung möglich. .
Online-Auktionsplattformen:
B-Stock, Restposten.de, Global Closeouts. Breites Angebot, aber Plattformgebühren (5–15 %) und weniger direkte Kommunikation mit dem Anbieter.
Direktkontakte zu Herstellern:
Bei ausreichendem Volumen können direkte Hersteller-Kontakte etabliert werden. Meist sind Container-Abnahmen erforderlich — nichts für den Einstieg.
Insolvenzmassen:
Über Insolvenzverwalter oder spezialisierte Auktionshäuser. Günstig, aber unvorhersehbar und für Einsteiger schwer zu managen.
Lokale Quellen:
Firmenauflösungen, Lagerräumungen, Betriebsschließungen. Oft sehr günstig, aber Recherche und persönliche Netzwerke erforderlich.
Laut IFH Köln (2025) kaufen 68 % der professionellen deutschen Wiederverkäufer bei spezialisierten Restpostenhändlern — nicht auf anonymen Plattformen. Der direkte Kontakt ermöglicht Verhandlung und Qualitätskontrolle.
Die Wahl des Absatzkanals bestimmt Ihre Marge, Ihren Aufwand und Ihre Skalierungsmöglichkeiten. Professionelle Wiederverkäufer nutzen mehrere Kanäle parallel — um Risiko zu streuen und verschiedene Zielgruppen zu erreichen.
Kleinanzeigen (Kleinanzeigen.de):
Ideal für lokalen Verkauf, keine Gebühren für Grundanzeigen, direkte Kommunikation mit Käufern. Optimal für sperrige Ware (Möbel, Gartengeräte) ohne Lieferung.
eBay:
Deutschlands größte Plattform für Secondhand- und Restpostenware. Gebühren: 10–13 % auf den Verkaufspreis. Hohe Reichweite, internationales Publikum, professioneller Auftritt erforderlich.
Amazon (FBA oder FBM):
Für gleichförmige Neuware geeignet. Hoher Aufwand für die Einrichtung, aber bei richtigen Produkten hervorragende Skalierung. Gebühren: 8–15 % + Lager- und Versandkosten bei FBA.
Flohmärkte:
Niedrige Kosten, direkte Kundeninteraktion, Bargeld-Umsatz. Ideal für den Start und für schwer zu versendende Ware. Kapazität ist durch Marktfläche und persönliche Präsenz begrenzt.
Eigener Online-Shop (Shopify, WooCommerce):
Vollständige Kontrolle, keine Plattformgebühren, aber eigenständige Kundenakquise erforderlich. Für Händler ab ca. 50.000 € Jahresumsatz empfehlenswert.
WhatsApp-Gruppen und Facebook-Gruppen:
Lokale Käufergruppen bieten schnelle Abverkäufe ohne Gebühren. Qualität variiert, aber für bestimmte Kategorien (Möbel, Kinderkleidung) sehr effektiv.
Statista (2025): Kleinanzeigen.de und eBay.de sind mit 67 % Marktanteil die dominanten Plattformen für Wiederverkäufer in Deutschland unter 100.000 € Jahresumsatz.
Die Kalkulation ist das Herzstück des Wiederverkaufsgeschäfts. Wer nicht kalkuliert, kauft auf Hoffnung — und verliert häufig. Das richtige Kalkulationsmodell ist einfach und muss konsequent vor jedem Einkauf angewendet werden.
Die Wiederverkäufer-Formel:
Nettomarge = (Erzielter Verkaufserlös − Einkaufspreis − Nebenkosten) / Einkaufspreis × 100
Kostenpositionen, die immer berücksichtigt werden müssen:
– Einkaufspreis (inkl. MwSt., falls nicht vorsteuerabzugsberechtigt)
– Transport / Spedition
– Lagerkosten (auch Opportunitätskosten eigener Fläche)
– Sortier- und Aufbereitungszeit (in Euro umgerechnet)
– Plattformgebühren (eBay, Amazon)
– Versandkosten (falls Sie versenden)
– Retouren-Quote einplanen (5–15 % je nach Kategorie)
Beispielkalkulation:
– Einkauf: 400 € für eine Palette Gartengeräte (ca. 180 kg, 40 Artikel)
– Transport: 120 €
– Sortierzeit: 4 h × 20 €/h = 80 €
– Gesamtkosten: 600 €
– Erzielter Umsatz: 1.300 € (Ø 32,50 € pro Artikel über Kleinanzeigen)
– Nettomarge: 116 %
Fraunhofer IML (2024): Händler, die mit strukturierter Kalkulation arbeiten, erzielen im Median 38 % höhere Nettomargen als Händler ohne schriftliche Kalkulation.
Als Wiederverkäufer sind Sie rechtlich gleichgestellt mit jedem anderen gewerblichen Händler. Das bedeutet: Pflichten im Bereich Verbraucherrecht, Produkthaftung und Steuerrecht gelten vollumfänglich.
Gewährleistung:
– B2C (Verkauf an Endverbraucher): 24 Monate für Neuware. Kann für gebrauchte Ware auf 12 Monate reduziert werden (vertraglich).
– B2B (Verkauf an Gewerbetreibende): Gewährleistung kann vollständig ausgeschlossen werden.
– Wichtig: Die Gewährleistungspflicht gilt unabhängig davon, ob Sie die Ware selbst hergestellt oder als Restposten eingekauft haben.
Widerrufsrecht:
Im Fernabsatz (Online-Verkauf) haben Endverbraucher 14 Tage Widerrufsrecht ohne Angabe von Gründen. Planen Sie eine Retouren-Quote von 5–12 % in Ihre Kalkulation ein.
Produkthaftung:
Wer Ware in Verkehr bringt, haftet bei Schäden durch Produktmängel. CE-Kennzeichnung ist Pflicht für Elektrogeräte, Spielzeug, Sicherheitsprodukte. Fehlende CE-Dokumentation ist ein ernsthaftes Haftungsrisiko.
Steuern:
– Umsatzsteuer: Standard-Steuersatz 19 %, reduzierter Satz 7 % für bestimmte Waren.
– Vorsteuerabzug: Möglich, sofern der Lieferant (z. B. ATS Trading GmbH) eine ordnungsgemäße MwSt.-Rechnung ausstellt.
– Differenzbesteuerung (§ 25a UStG): Greift bei Gebrauchtware unter bestimmten Bedingungen. Für Neuware-Restposten in der Regel nicht anwendbar.
– Gewinnversteuerung: Einkommensteuer auf den Gewinn aus dem Handelsgeschäft.
Die häufigsten Fehler von Wiederverkäufer-Einsteigern in Deutschland sind fehlende Gewerbeanmeldung, Kauf ohne Kalkulation, falsche Kategoriewahl und Unterschätzung der Nebenkosten. All diese Fehler sind vermeidbar. Lesen Sie die detaillierte Analyse im Artikel 7 Fehler beim Restposten-Einkauf.
Zusätzliche Fehler, die spezifisch für Wiederverkäufer relevant sind:
Zu schnell skalieren: Viele Einsteiger kaufen nach dem ersten Erfolg zu viel ein — ohne die Abverkaufszeit realistisch einzuschätzen. Ware im Lager kostet Geld. Skalieren Sie nur, wenn Sie den Durchsatz belegen können.
Nur einen Absatzkanal nutzen: Wer nur auf Kleinanzeigen setzt, verliert, wenn die Plattform sich ändert. Parallel auf mindestens zwei Kanälen aktiv sein schützt vor Abhängigkeit.
Kein Tracking: Ohne Buchhaltung wissen Sie nicht, ob Sie tatsächlich Gewinn machen. Nutzen Sie von Anfang an ein einfaches Kassenbuch oder eine Buchhaltungssoftware (z. B. SevDesk, Lexoffice).
Brauche ich ein Gewerbe, um als Wiederverkäufer tätig zu sein?
Ja. Sobald Sie regelmäßig Waren mit Gewinnabsicht kaufen und weiterverkaufen, gilt dies als Gewerbe — unabhängig vom Umsatz. Die Gewerbeanmeldung kostet 10–65 € und schützt Sie rechtlich.
Wie viel Startkapital brauche ich als Wiederverkäufer?
Mit 300–600 € können Sie eine erste Europalette kaufen und testen. Empfehlenswert ist ein Startkapital von 1.000–2.000 €, um den ersten Einkauf, Nebenkosten und einen Puffer für Retouren zu finanzieren.
Kann ich nebenberuflich als Wiederverkäufer starten?
Ja. Viele Wiederverkäufer starten nebenberuflich und wechseln erst in die Vollzeit, wenn der Umsatz es erlaubt. Beachten Sie: auch nebenberufliche gewerbliche Tätigkeit ist steuerpflichtig.
Was ist der Unterschied zwischen einem Wiederverkäufer und einem Reseller?
Beide Begriffe bedeuten dasselbe. „Reseller“ ist der englische Begriff, der häufiger im E-Commerce-Kontext verwendet wird. Im deutschen Steuer- und Handelsrecht gilt ausschließlich „Wiederverkäufer“ oder „Händler“.
Wie finde ich günstige Restposten als Wiederverkäufer?
Direktkontakt zu spezialisierten Händlern wie ATS Trading GmbH (info@atstrading.de | ) ist der direkteste Weg. Details im Artikel Restposten kaufen — vollständiger Leitfaden.
Wie hoch ist der durchschnittliche Stundenverdienst als Wiederverkäufer?
Das variiert stark je nach Kategorie, Volumen und Effizienz. Erfahrene Wiederverkäufer, die systematisch arbeiten, erzielen laut Statista (2025) durchschnittliche Stundenverdienste von 15–35 € — bei vollständiger Professionalisierung deutlich mehr.
Welche Software brauche ich als Wiederverkäufer?
Für den Start: Excel/Numbers für Kalkulation, ein einfaches Buchhaltungstool (Lexoffice, SevDesk). Für eBay: eBay Seller Hub. Für Amazon: Seller Central. Für den eigenen Shop: Shopify oder WooCommerce.
Kann ich Restposten von ATS Trading GmbH kaufen, ohne vorher hinzufahren?
Ja. ATS Trading GmbH bietet auch telefonische und E-Mail-Beratung an. Für größere Einkäufe empfehlen wir jedoch die Vor-Ort-Besichtigung in Manching. Kontakt: atstrading.de/kontakt
ATS Trading GmbH — | info@atstrading.de |
Ihr B2B-Einkaufspartner für den Start als Wiederverkäufer — Restposten ab einer Europalette.