

Retouren sind zurückgesendete Waren, die ein Käufer nach dem Kauf an den Händler oder Hersteller zurückschickt — sei es wegen Nichtgefallen, Mängeln, falscher Lieferung oder einer Widerrufsentscheidung. Im deutschen Handel sprechen Experten von einer der höchsten Retourenquoten weltweit: Laut EHI Retail Institute 2024 werden im deutschen E-Commerce durchschnittlich 17 % aller bestellten Artikel zurückgesendet. In der Modekategorie liegt dieser Wert sogar bei bis zu 50 %. Für Händler und Hersteller entstehen dadurch erhebliche Kosten — laut Fraunhofer IML 2024 kostet die Bearbeitung einer einzelnen Retoure im Durchschnitt zwischen 10 und 20 Euro. Diese zurückgeflossene Ware muss weiterverarbeitet, klassifiziert und letztlich auf Sekundärmärkten vermarktet werden. Genau hier setzt der B2B-Retourenhandel an.
Eine Retoure bezeichnet im Handelsrecht die Rücksendung einer Ware durch den Käufer an den Verkäufer nach Abschluss eines Kaufvertrags. Der Begriff stammt vom französischen Wort „retour“ (Rückgabe) und ist sowohl im B2C- als auch im B2B-Kontext gebräuchlich. Im gesetzlichen Rahmen hat jeder Verbraucher in Deutschland gemäß § 355 BGB ein 14-tägiges Widerrufsrecht beim Online- oder Fernkauf. Dieses Recht gilt ohne Angabe von Gründen. Viele Händler gewähren freiwillig längere Rückgabefristen — etwa 30, 60 oder 100 Tage — um die Kaufbereitschaft zu erhöhen.
Retouren sind nicht mit Umtausch oder Garantiefällen zu verwechseln. Beim Umtausch wird die Ware durch ein anderes Produkt ersetzt, ohne dass ein Kaufvertrag rückabgewickelt wird. Garantie- und Gewährleistungsfälle hingegen betreffen Mängel, die beim Kauf bereits vorhanden waren. Retouren entstehen dagegen auch bei einwandfreier Ware — schlicht weil der Käufer das Produkt nicht behalten möchte.
Retouren entstehen aus einer Vielzahl von Gründen, die je nach Branche und Vertriebskanal stark variieren. Im E-Commerce ist der häufigste Grund das sogenannte „Bracketing“ — Kunden bestellen mehrere Varianten eines Produkts (etwa verschiedene Größen oder Farben) und behalten nur eine davon. Laut einer Studie des IFH Köln 2025 gibt jeder dritte Online-Käufer in Deutschland an, Produkte absichtlich in mehreren Ausführungen zu bestellen, um sie zuhause vergleichen zu können.
Weitere häufige Rücksendeursachen sind: Produkt entspricht nicht der Beschreibung (laut Statista 2025: 28 % aller Retouren), Artikel wurde beschädigt geliefert (19 %), falsche Größe oder Passform (34 % im Modebereich), Lieferverzögerung (8 %) und Kaufreue (11 %). Im stationären Handel spielen dagegen Defekte und Qualitätsmängel eine größere Rolle. Laut Bitkom 2025 stieg das Retourenvolumen im deutschen E-Commerce trotz gesetzlicher Verschärfungen erneut auf über 530 Millionen Pakete pro Jahr.
Die daraus entstehenden Kosten für Händler sind enorm. Neben direkten Logistikkosten fallen Prüf-, Aufbereitungs- und Lagerkosten an. Viele Händler — insbesondere die großen Plattformen — verkaufen Retouren daher in großen Mengen an B2B-Händler weiter, anstatt sie einzeln aufzuarbeiten.
Retouren lassen sich grundsätzlich in zwei Haupttypen unterteilen: Online-Retouren und stationäre Retouren. Beide Typen unterscheiden sich erheblich in Entstehungsursache, Zustand und Weiterverarbeitungsaufwand.
Online-Retouren entstehen beim Versandhandel. Sie machen den Großteil des Gesamtvolumens aus. Da Kunden Produkte zuhause testen und ohne Angabe von Gründen zurückschicken können, sind Online-Retouren häufiger, aber nicht zwangsläufig in schlechterem Zustand. Viele Artikel sind beim Öffnen der Verpackung bereits der einzige Kontaktpunkt. Der Anteil ungeöffneter oder kaum genutzter Ware ist hier besonders hoch.
Stationäre Retouren entstehen im Ladengeschäft. Hier werden Produkte zurückgegeben, die der Kunde mitgenommen, zuhause getestet und zurückgebracht hat. Die Rückgabequoten sind niedriger als im Onlinehandel, aber die zurückgegebene Ware ist häufiger gebraucht oder weist sichtbare Gebrauchsspuren auf.
Neben diesen klassischen Typen gibt es noch Restposten, Lagerüberhänge und Fabrikware zweiter Wahl, die oft zusammen mit Retouren auf Sekundärmärkten gehandelt werden. ATS Trading GmbH kauft und verkauft alle diese Warentypen — von Online-Retouren bis hin zu Liquidationsbeständen — als Paletten oder Containersendungen für gewerbliche Käufer.
Retourenware wird im Handel nach Qualitätsstufen klassifiziert. Diese Klassifizierung bestimmt den Weiterverkaufswert und die möglichen Absatzkanäle. Das Branchenstandard-System unterscheidet in der Regel vier Kategorien.
A-Ware ist neuwertige Ware in Originalverpackung ohne Gebrauchsspuren. A-Ware stammt häufig aus nicht geöffneten Retouren oder aus Lagerüberhängen. Sie ist im Wiederverkauf am wertvollsten und lässt sich ohne weitere Aufbereitung als „neu“ vermarkten. Laut EHI Retail Institute 2024 entfallen rund 30 % aller Retouren auf diese Kategorie.
B-Ware bezeichnet Ware mit leichten Gebrauchsspuren oder beschädigter Verpackung, aber voll funktionsfähigem Kern. B-Ware wird häufig als „generalüberholt“ oder „wie neu“ verkauft. Sie erzielt im Schnitt 50 bis 70 % des Neupreises. Diese Kategorie dominiert den Retourenmarkt mit einem Anteil von rund 40 % aller Rücksendungen.
C-Ware ist stärker beschädigte oder unvollständige Ware, die nur noch eingeschränkt funktioniert oder wesentliche Mängel aufweist. C-Ware eignet sich für Reparaturwerkstätten, Ersatzteilhändler oder Export in Entwicklungsländer. Der Preisabschlag gegenüber Neuware liegt typischerweise bei 60 bis 80 %.
D-Ware umfasst Ausschussware, die nicht mehr verkauft werden kann — kaputte, vollständig defekte oder hygienisch nicht aufbereitbare Artikel. D-Ware geht in die Materialverwertung oder muss entsorgt werden.
Weitere Informationen zu den Unterschieden zwischen den Kategorien finden Sie in unserem Artikel A-Ware, B-Ware und C-Ware erklärt.
Wenn eine Retoure beim Händler eingeht, durchläuft sie einen mehrstufigen Prozess. Das Verständnis dieser Prozesskette ist entscheidend für jeden, der im Retourenhandel aktiv ist oder werden möchte.
1. Eingang und Sichtprüfung: Die zurückgesendete Ware wird erfasst und einer ersten Sichtprüfung unterzogen. Dabei wird festgestellt, ob die Originalverpackung vorhanden ist, ob der Artikel vollständig ist und ob offensichtliche Beschädigungen vorliegen.
2. Klassifizierung: Auf Basis der Sichtprüfung wird die Ware einer Qualitätskategorie (A/B/C/D) zugeordnet. Bei hochwertigen Elektronikobjekten erfolgt zusätzlich ein Funktionstest.
3. Entscheidung über Weiterverarbeitung: A-Ware wird direkt wieder zum Verkauf freigegeben. B-Ware kann durch Reinigung, Neuverpackung oder kleinere Reparaturen aufgewertet werden. C- und D-Ware wird häufig gesammelt und in Chargen an Großhändler wie ATS Trading GmbH verkauft.
4. Verkauf an B2B-Abnehmer: Große Händler und Plattformen (Amazon, Zalando, Kaufland u.a.) verkaufen ihre Retourenmengen nicht einzeln, sondern als Paletten oder LKW-Ladungen an spezialisierte Großhändler. Laut Fraunhofer IML 2024 werden rund 60 % aller B-Ware- und C-Ware-Retouren auf diese Weise vermarktet.
5. Weitervertrieb: B2B-Händler wie ATS Trading GmbH sortieren, reinigen und kategorisieren die Ware, bevor sie diese an Wiederverkäufer, Exporteure oder Marktplatzhändler weitergeben. Dieser Sekundärmarkt für Retourenware hat sich in den letzten Jahren zu einem eigenständigen und wachsenden Handelssegment entwickelt.
Wer Retouren kaufen möchte, sollte sich zunächst mit den Grundlagen vertraut machen. Unser B2B-Leitfaden Retouren kaufen bietet einen umfassenden Einstieg. ATS Trading GmbH liefert europaweit und bietet Abnahme ab 1 Europalette — ideal für Einsteiger und erfahrene Händler gleichermaßen.
Der Kauf und Verkauf von Retourenware ist in Deutschland und der EU vollkommen legal. Wer gewerblich handelt, benötigt lediglich einen Gewerbeschein. Für bestimmte Produktkategorien (z.B. Lebensmittel, Arzneimittel, CE-kennzeichnungspflichtige Produkte) gelten zusätzliche Vorschriften. Als gewerblicher Händler übernehmen Sie mit dem Kauf auch die Verantwortung für die ordnungsgemäße Deklarierung gegenüber Endkunden.
Laut IFH Köln 2025 wächst der europäische Markt für Retourenware und Secondhandgüter jährlich um durchschnittlich 12 %. Der rechtliche Rahmen ist klar: Transparenz gegenüber dem Käufer über den Zustand der Ware ist Pflicht, der Handel selbst ist frei.
Was ist der Unterschied zwischen Retoure und Reklamation?
Eine Retoure ist die freiwillige Rückgabe einer Ware innerhalb der Rückgabefrist — der Artikel muss nicht defekt sein. Eine Reklamation hingegen bezieht sich auf einen Mangel, der bereits beim Kauf vorlag und den der Verkäufer im Rahmen der gesetzlichen Gewährleistung beheben muss.
Wie viele Retouren gibt es in Deutschland pro Jahr?
Laut Bitkom 2025 werden in Deutschland jährlich mehr als 530 Millionen Pakete zurückgesendet. Das entspricht rund 1,5 Millionen Retouren pro Tag. Deutschland hat damit eine der höchsten Retourenquoten weltweit.
Was kostet eine Retoure den Händler durchschnittlich?
Laut Fraunhofer IML 2024 kostet die Bearbeitung einer Retoure den Händler im Durchschnitt 10 bis 20 Euro — inklusive Rücklogistik, Prüfung, Reinigung und Neulistung. Bei teuren Produkten können diese Kosten noch höher ausfallen.
Was passiert mit Retouren, die nicht weiterverkauft werden können?
D-Ware, die nicht mehr handelsfähig ist, wird in Deutschland in der Regel der Materialverwertung oder Entsorgung zugeführt. Die EU-Ökodesign-Verordnung 2024 schränkt die Vernichtung von Neuware durch Händler zunehmend ein — was den Sekundärmarkt für Retourenware weiter stärkt.
Kann ich als Privatperson Retourenpaletten kaufen?
Retourenpaletten werden in der Regel nur an gewerbliche Käufer verkauft. ATS Trading GmbH beliefert ausschließlich B2B-Kunden — Wiederverkäufer, Händler und Exporteure — mit Mindestabnahme von 1 Europalette.
Welche Kategorien haben die höchsten Retourenquoten?
Im deutschen E-Commerce führt die Modekategorie mit bis zu 50 % Retourenquote. Es folgen Elektronikartikel (ca. 15 %), Schuhe (ca. 30 %) und Heimtextilien (ca. 20 %) laut EHI Retail Institute 2024.
Was ist der Unterschied zwischen Retoure und Restposten?
Retouren sind zurückgesandte Produkte von Endkunden. Restposten hingegen sind Lagerüberhänge, die nie verkauft wurden — zum Beispiel Saisonware oder ausgelaufene Produktlinien. Beide Kategorien werden häufig gemeinsam auf Sekundärmärkten gehandelt.
ATS Trading GmbH ist ein spezialisierter B2B-Großhändler für Retourenware, Liquidationspaletten und B-Ware mit Sitz in Manching, Bayern. Wir kaufen Retourenmengen direkt von Händlern, Plattformen und Insolvenzmassen und liefern sortierte, kategorisierte Ware an gewerbliche Abnehmer in ganz Europa.
Unsere Kunden sind Wiederverkäufer auf Amazon, eBay und Kleinanzeigen, Flohmarkthändler, Exporteure und stationäre Discounter. Mindestabnahme: 1 Europalette. Lieferung per Spedition möglich.
Kontakt:
ATS Trading GmbH
Gerberstraße 1, 85077 Manching
Tel.: 08459 / 33 29 400
E-Mail: info@atstrading.de
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